Moskau-Bregenz   O & A Florenski . Mascha Kruglowa . Iwan Lubennikow . Valery Orlov


   
   

16. Juni bis 15. Juli 2006


Eröffnung:
Freitag, 16. Juni 2006, 21 Uhr


  Pyotr Perevezentsev . Sergei Sherstiuk . M. A. Veige .
Werke aus einer Privat-Sammlung

Zur Ausstellung:
Die Galerie zeigt aus einer privaten Sammlung eine Auswahl von sieben künstlerischen Positionen aus dem Moskauer und St. Petersburger Umfeld, welche in der Zeit zwischen 1971 und 2004 entstanden sind. Insgesamt werden 33 Arbeiten, bestehend aus Malerei, Collage, Foto- und Lithographie, gezeigt. Alle Arbeiten sind individuelle Statements und stehen unter keiner speziell gerichteten Thematik.

Das Künstlerpaar
Olga und Alexander Florenski

weithin als Gründer der legendären"Mitki" Künstler-Gruppe 1985 (Politbüro) in St. Peterburg bekannt, kommentieren an Hand von acht Farb-Lithografien ihre humorvollen Objekte"Moveable Bestiarium" im öffentlichen Raum, die um 1998 entstanden sind und bereits in St. Petersburg, in Warschau und in London gezeigt worden sind.
Olga und Alexander Florenski – geboren 1960 – Absolventen des Mukhina College of Art and Design, Leningrad, 1982 - 1990 Praktikanten am Institut des Hautes Etudes en Arts Plastiques (Director: Pontus Hulten) – Autoren von zwei Animationsfilmen"Mitkimayer" von Alexander Florenski 1992 und"Miracle of Miracles" von Olga Florenski 1994. Von 1993 - 1999 Teilnehmer bei großen Filmfestivals in Russland und International – 1994 Gründung des Verlagshauses MITKILIBRIS – Gründer der Art Gallery MITKI-VKHUTEMAS 1997 in St. Petersburg – seit 1981 verheiratet. Teilnahme: HA KYPOPT! Russische Kunst heute – Kunsthalle Baden-Baden, Deutschland 2006

Die Malerin
Mascha Kruglowa

zeigt mit ihrem 1989 entstandenen Werk"Butterbrot", dass sie mit Plastikfliegen"belegt", eine gewisse Ironie zur Situation der Ausweglosigkeit als freischaffende Künstlerin zu überleben. Die Künstlerin verstarb letztes Jahr. Biographische Recherchen sind in Arbeit.

Iwan Lubennikow
Werke der zeitgenössischen Malerei und Bildhauerkunst präsentiert die Ausstellung "Die bewohnten Inseln. Malerei, Plastik. Ende des 20. - Anfang des 21. Jahrhunderts", die am Mittwoch,den 14. Juni, in der Tretyakow-Gemälde-Galerie in Moskau eröffnet worden ist Mit eingeladen wurde Iwan Lubennikow. Er gehört der Generation an, die nicht mehr als "Achtziger" in die Kunstgeschichte eingehen konnte. Sie bilden keine Künstlergruppe, sondern sind langjährige Gleichgesinnte, die einander respektieren und durch die Treue zur plastischen Schule und zum hohen Professio-nalismus miteinander verbunden sind und in einer Gruppenausstellung in der Tretjakow-Galerie gezeigt wurden. "Jeder , ewigen Welt zu spüren", sagt Iwan Lubennikow. Iwan Lubennikow, heute auch in der Sammlung Ludwig in Aachen und Köln oder in der Gemäldegalerie Neue Meister in Dresden vertreten, malte 1985 das 24-teilige Polyptychon "Menschen weg mit den Waffen", das an russisch-orthodoxe Altäre ebenso erinnert wie an den Porträtrealismus etwa .

Der konzeptuelle Fotokünstler
Valery Orlov

ist 1946 in Moskau geboren und war der erste Künstler, der den Werkstoff"Papier" als autonomen"Kunst-Akt" in Russland eingeführt hat. Dieser Einsatz von Papier-Art war künstlerischer Protest gegen die Dominanz der neuen Technologien. Internationale Anerkennung erlangte Orlov mit seinen Fotoarbeiten. In der Ausstellung wird der Werkblock"Obshepit", der 2003 mit Alexandra Mitlyanskaya entstanden ist, vorgestellt. Dabei werden zu Stillleben arrangierte Nahrungsmittel (Würstchen, Toblerone oder Fische) auf traditionellen russischen Speisetellern fotografiert. Die Künstler sehen darin einen"Spiegel des sozialen Bewusstsein".
Biographie: 1946 geboren in Ostrov, Pskov Region, 1969 Absolvent des Moscow College of Education (art dep-t) – 1971-80 Atelier im I.I. Nivinsky Studio – 1980 – 85 Lehrtätigkeit Graphik Art im Moscow College of Polygraphy.
Werke in öffentlichen Sammlungen: State Tretyakov Gallery, Moscow, RF Ministry of Culture, Moscow, State A.S. Pushkin Museum of Fine Arts, Moscow, Art Gallery, Tyumen, Kaliningrad Picture Gallery, Paul Getty Art Centre, Los Angeles, U.S.A., Museum of Contemporary Art, Architecture und Photographie, Berlin, Germany, Educational Centre, Belgium.

Pyotr Perevezenstsev
ist Ende der 80er Jahre in der internationalen Kunstszene bekannt geworden. Seine Arbeiten werden mit dem Begriff"endless narration" umschrieben. In den narrativen Darstellungen mittels singenden Vögel oder Masken baut er seine individuellen Mythologien aus.
Biographie: 1962 in Moskau geboren – 1985 Absolvent des Moscow Technological College (art technologies dep-t) – seit 1987 Mitglied der youth section of Moscow Artists´Union – 1989 Aufnahme in die said Union als full-fledged member.
Werke in öffentlichen Sammlungen: State A.S.Pushkin Museum of Fine Arts, Moscow,Art Gallery, Kaliningrad, Anna Akhmatova Museum, St. Petersburg, Mars Gallery, Moscow, Victoria & Albert Museum, London, Gr. Britannien, A. Sandretti, Milano, Italien, Moscow Collection Gallery, Moscow


Geb. 1951 in Moskau – 1969 Absolvent der Art School in Kiew – 1970 Absolvent des Shevchenko Art Institutes - 1976 Absolvent der Moskau State University. In den 70gern einer der ersten Mitglieder der Gruppe"Semidesyatniki", herausragende Persönlichkeit in den 80gern und 90gern der russischen Kunstszene. Die 70ger waren eine kritische Dekade in der langen historischen Geschichte der offiziellen Sowjetischen Kunst, aus der eine starke, junge Generation hervorgekommen ist. Sehr beeinflusst vom Amerikanischen Foto-Realismus trat Sherstiuk der 1980 gegründeten"The Group of Six" bei, welche sich 1985 wieder auflöste und alle Mitglieder sich in unterschiedlichsten neuen Methoden Ausdruck zu schaffen suchten. In den 90gern nahm Sherstiuk Neo-Baroque Akzete in seine Malerei auf. Seine figurativen Bildmotive, die vor allem den Menschen in den Mittelpunkt stellen, werden in seriellen Zyklen weiterentwickelt, wie zum Beispiel die beiden"Frauenporträts mit Blüten", welche erstmalig in dieser Ausstellung gezeigt werden. Sherstiuk verglich die Kultur mit einem Buch, die Kunst aber sei die Seite, jedoch die Bedeutung des Buches bliebe ungewiss, da die Seiten unfertig seien, denn"keinem Künstler ist die Möglichkeit gegeben, jemals das Ende zu sehen." Sergei Sherstiuk starb 1998.
Werke in öffentlichen Sammlungen: Guggenheim Museum U.S.A. – Christian Keesee Collection U.S.A.


M.A. Veige
gilt als ein künstlerischer Vertreter der Zweiten Russischen Avantgarde, deren Arbeiten nicht öffentlich gefördert wurden und welche meisten nur im Underground bekannt und tätig waren. Seine 1971 entstandene Collage mit Stanniolpapier, indem wahrscheinlich einmal russische Schokolade eingewickelt war, steht für ein Symbol zwischen Begehrlichkeiten und Verführung. Dies erinnert auch an die Fluxus-Bewegung der 60er Jahre, wie z.B. an Al Hansens"Venus-Collagen" mit den amerikanischen Hershy-Schokolade-Papierchen.
       
 
 

 

       
Dank an: Stadt Bregenz - Vorarlberg  
 
 


 
 
Mittwoch bis Freitag, von 14 bis 18 Uhr, samstags von 10 – 12 und 14 – 16 Uhr und nach tel. Vereinbarung.
Bregenz, Anton Schneider Str. 4a

galerielisihaemmerle@tele2.at