24. - 27. April 2008  
   
 
         
     

Galerie Lisi Hämmerle
Zone 1
A2011
tat ort: Alexandra Berlinger/Wolfgang Fiel

 
 
 
Einbauten, Implantate oder prothetische Apparaturen dienen tat ort zur Modifikation der gewohnten perzeptiven Raumerfahrung. Das Spiel mit der Wahrnehmungsschwelle und den subjektiven Grenzen physischer und psychischer Belastbarkeit bestimmen die Charakteristik der Instrumentierung. Stadt- und wohnräumliche Aneignungszenarien folgen dabei der Logik einer situativen Implementierung oder können, unabhängig davon, universelle Formen annehmen.

Das grundlegende Interesse gilt dem Umgang mit Konflikten, der Überwindung von Konfliktscheu durch eine künstlerische Übersetzung in Form eines Entwurfs alternativer Realitäten, in denen Gefühle wie Ohnmacht, Unterdrückung oder Rache gewissermaßen spielerisch Ausdruck verliehen wird. Modellwelten bieten den entsprechenden Simulationsraum, dessen „Realität“ aber lediglich angedeutet, skizzenhaft bleibt. Bedrängnis und Handlungszwänge werden mit dem Sprung in eine andere Maßstäblichkeit in neue Perspektiven überführt:
Plötzlich diese Übersicht, aber dennoch mitten im Leben.

Im Gegensatz zur Arbeit Anti-Radiation-Buffer, einer Installation zur Selbsthilfe gegen störende "Strahlung" und Geräuschquellen aus nachbarschaftlichen Wohnungen, wurde in der Achsiedlung in Bregenz, wo Berlinger und Fiel für die Dauer von zwei Monaten gelebt haben, die Geräuschkulisse der näheren Umgebung ihrer Wohnung zu einer körperlichen Klangerfahrung verdichtet.
Zu diesem Zweck wurden im Umkreis von 100m um ihre Wohnung 6 Mikrofone sichtbar aufgestellt und deren Aufnahmen live und rund um die Uhr an Boxen übertragen, die in verschiedenen Räumen der Wohnung verteilt zu einer gesamträumlichen Überlagerung der einzelnen Klangquellen geführt haben. tat ort lebten und arbeiteten gewissermaßen im Inneren eines Klangkörpers.
Die zwei Fotoarbeiten tat ort Wohnung und Block 43 verweisen unmittelbar auf die Erfahrungen dieses Aufenthalts.
Bei der Installation Bitte um eine Klangspende, Herr Nachbar! handelt es sich um eine mobile Variante der Geräuschverstärkung. Der auf einem Dreibein basierende Mehrgelenksarm erlaubt die Erreichbarkeit exponierter Klangquellen, deren Wahrnehmung erst durch eine verstärkte Wiedergabe möglich wird.
Die modulare Bauart verweist in diesem Fall nicht nur die potentielle Multiplikation des Einzelelements sondern auch auf ihre mobile Verwendbarkeit in unterschiedlichsten Kontexten.
 
 
"Ich hasse meine Nachbarn"
 
 
   
   
 
Mittwoch bis Freitag, von 14 bis 18 Uhr, samstags von
10 - 12 und 14 - 16 Uhr und nach tel. Vereinbarung.

galerielisihaemmerle@tele2.at